Dienstag, 21. März 2017

Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
"Er kam, er kam ja immer noch",
Die Bäume nicken sich's zu.
Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.
Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: "Es ist erst März
Und März ist noch nicht Mai."
O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag's auch du.
- Theodor Fontane 1819-1898, deutscher Schriftsteller -

Diesem schönen Gedicht ist nichts mehr hinzuzufügen, außer ein paar Impressionen aus unserem Garten. (Leider lässt die Qualiät meiner Fotos zu wünschen übrig.)















Triebe und Knospen von Palapir und Gravensteiner.

Die Vinschger Marille ist schon in voller Blüte!

Eine der sechs Clematis, die wir im Herbst gepflanzt haben!














Die frischen Triebe vom Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), leider schon voller Läuse.

Als ich den Schnittknoblauch und den Schnittlauch sah, bin ich fast erschrocken: schon sooo groß!














Auch die Artischocken haben den doch strengen Winter scheinbar problemlos überstanden.

Auch das Tränende Herz und die Pfingstrose (Paeonia officinalis) sind schon da, Gott sei Dank! Wir haben sie letztes Jahr an einen neuen Standort verpflanzt und so weit ich gelesen habe, mögen das beide nicht.













Und zu guter Letzt: Gänseblümchen, und immer noch, das Stiefmütterchen!





Mittwoch, 15. März 2017

Im Märzen der Gärtner die Schere nimmt zur Hand ...

„Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt.
Er pfleget und pflanzet all’ Bäume und Land.
Er ackert, er egget, er pflüget und sät,
und regt seine Hände gar früh und noch spät.
Den Rechen, den Spaten, die nimmt er zur Hand
und setzet die Wiesen in ebenen Stand;
auch pfropft er die Bäume mit edlerem Reis’
und spart weder Arbeit, noch Mühe, noch Fleiß."

(https://de.wikipedia.org/wiki/Im_M%C3%A4rzen_der_Bauer)

... so haben auch wir letzten Samstag mit der Arbeit im Garten begonnen.

Wir haben (unter fachkundiger Anleitung vom Trouler Luis! - danke!) Bäume veredelt, und zwar haben wir Stark Earliest, eine sehr frühe Apfelsorte, auf Golden Delicius veredelt. Wenn alles klappt, kommen die Bäumchen nächstes Jahr in den Garten vor unserem Haus.



















Wir haben unseren Maulbeerbaum geschnitten. So sah mein Lieblingsbaum aus, bevor mein lieber Baumschneider über ihn herfiel!


Nachher lag mehr Baum am Boden als noch dastand:























Die Schwarze Maulbeere, Morus nigra, soll laut diversen Quellen ein schwachwüchsiger Baum sein, und seine schmackhaften Früchte sollen im Spätsommer reifen. ABER: unser Maulbeerbaum hat ein enormes Wachstum, wir schneiden im Winter und nach der Ernte zahlreiche ca. 2 Meter lange Triebe ab, UND die Früchte sind bereits Ende Mai reif!

Außerdem haben wir noch eine Baum gefällt: dieser Sauerkirschenbaum (Sorte unbekannt) musste leider unseren neuen Gartenplänen weichen. Da wir in 7 Jahren so gut wie keine Kirschen ernten konnten, fiel der Abschied etwas leichter.

Die Birnbäume haben wir schon Ende Februar geschnitten, einige Zweige habe ich in eine Vase gestellt. Die Palapir (eine alte Birnensorte aus dem Vinschgau) blühte recht bald, die Gute Luise hat jetzt schöne hellgrüne Blättchen.



















Im Herbst hab ich unter der neu gepflanzten Wildsträucherhecke ein paar Blumenzwiebeln gesteckt. Zu meiner Freude blühen jetzt einige Winterlinge und weiße Krokusse!







Mittwoch, 8. März 2017

Kleine Nettigkeit

Ein "Kettenbrief", wie zu Schulzeiten! Damals gab es als Versprechung immer unzählige Postkarten, gekommen sind meist gar keine! Ich glaube, hier hab ich mehr Glück, hab mich bei Mustermixerin an den "Kettenpost" gehängt, und ich freu mich schon auf eine "Kleine Nettigkeit".

Möchtet ihr auch eine kleine Nettigkeit von mir bekommen? Macht mit!
Wie das geht lest ihr in folgendem Text, den ich von Doris Blog kopiert habe.

Die ersten drei, die mir zu diesem Beitrag einen Kommentar hinterlassen (und mir ihre Adresse dann im Anschluss per E-Mail senden), erhalten irgendwann in diesem Kalenderjahr eine Überraschung von MIR.
Das kann etwas Gewebtes, Gefärbtes, Gestricktes, Gefilztes ,Genähtes .... sein. Auf jeden Fall aber etwas, das mit viel Liebe gemacht wurde.
Wann die Überraschung kommt, steht noch nicht fest und wird auch nicht verraten. Nur, dass sie dieses Jahr ankommt, das ist sicher!
Der kleine Haken? Diese drei Leute müssen das gleiche Angebot in ihrem Blog machen.
Dementsprechend können nur Personen mitmachen die einen Blog haben und in Europa wohnen.
Ebenso müsst Ihr mindestens 18 Jahre alt sein. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Also, möchtet ihr dabei sein und eine kleine Nettigkeit von MIR bekommen? Dann kommentiert unter diesem Beitrag.

Es wäre schön, wenn weiter über diese schöne Aktion berichtet wird, vor allem, was Ihr bekommen und was Ihr selbst versendet habt.

Herzlichst, Sigrid

Montag, 6. März 2017

Webertreffen - Materialkunde

Am Samstag fand bei mir ein Webertreffen statt. In kleiner feiner Runde widmeten wir uns dem Thema "Garnvorrat! Der Schrank ist voll, was tun mit dem vielen Garn? Gelegenheit, Garn zu tauschen."


Ich habe einen sehr großen Garnvorrat. Ich muss dazu sagen: ich habe meine Webstühle aus zweiter Hand gekauft. Die Vorbesitzerin hat ihre professionelle Weberei aufgegeben und mir ihre komplette Werkstatt verkauft, inklusive zahlreicher Konen voll Baumwolle, Leinen und Seide, blöderweise fast alle ohne Etikett. Während des Webkurses kamen dann noch ein paar Schnäppchenkäufe dazu, wenn ich schönes Garn sehe, kann ich schlecht nein sagen ...

Hier zwei Fotos von meinen Garnschränken, dazu kommt dann noch einiges an Teppichmaterial und Wolle. Im linken Schrank ist Leinen und Seide, im rechten Baumwolle und Wolle.





















Garn haben wir am Samstag zwar keines getauscht, dafür aber Ideen, was man aus dem vorhandenen Garn machen könnte. Hier zwei Vorschläge, die auf meine "Was-ich-noch-weben-möchte-Liste" kommen.

Eine leichte Decke vielleicht in Köperbindung aus dieser recht dicken, einfädigen Baumwolle (die ich auf einem Flohmarkt als Wolle gekauft habe).

Ich hab schon öfters überlegt, was man mit diesen Garnen machen könnte: hellgrün und gelb sind wahrscheinlich Viskose, orange ist Seide (oder Wolle?) mit Synthetikanteil, braun ist ein Flammengarn in Baumwolle (mit Leinen?). Die Idee meiner Webkolleginnnen: Kissen in Atlasbindung.


















Die Zeit verging wieder mal viel zu schnell und ich freu mich schon auf den nächsten Webertreff!

Dienstag, 28. Februar 2017

2 Winterschals zum Winterende

Juhuu! Gerade noch rechtzeitig fertig geworden sind meine beiden Schals!
Morgen beginnt ja - zumindest meteorologisch - der Frühling, dann brauchen wir hoffentlich keine dicken Wollschals mehr. Ich habe es sogar noch geschafft, beide Schals auszuführen, den einen am Samstag, mit dem zweiten bin ich heute unterwegs. Dann werde ich sie wohl "einsommern", der nächste Winter kommt bestimmt!























Kette und Schuss: Alpaka
Kettdichte: 6F/cm
Bindung: Panama 3/3, Farbverflechtung






Verlinkt bei: creadienstag und handmadeontuesday

Dienstag, 21. Februar 2017

Recycling-Pantoffeln

Meine ersten Gästehausschuhe sind fertig!
Kosten: ein paar Euro für den Faden und das Einfassband. Der Rest sind alte Stoffmuster eines Möbelhauses.


Und das Nähen war einfacher als gedacht. Einzig das Einfassband war etwas problematisch, man muss das wohl ziemlich fest ziehen während des Annähens. Dafür murrte meine Nähmaschine kein einziges Mal, obwohl sie durch 5 wattierte Stofflagen und das Einfassband durch musste.

Ein Problem gilt es noch zu lösen: die Potschen (so heißen die bei uns in Südtirol) rutschen sehr stark. Ich hab gelesen, es gibt da so ein spezielles flüssiges Latex, das man auf die Sohlen aufbringen kann.


Und nun warte ich auf einen Gast, der mit den neuen Hausschuhen einen Probelauf macht!

Die Auswahl der Stoffe für weitere Pantoffeln hab ich schon mal getroffen:



Verlinkt bei: creadienstag und handmadeontuesday

Mittwoch, 15. Februar 2017

Ein kleines Upcycling-Projekt

Was verbirgt wohl dieser Karton??
Mein Vorrat an Möbelmusterstoffen! Ich habe diese Stoffe vor mehreren Jahren von einer Freundin bekommen, ich hab ja genügend Platz, so etwas zu lagern, und wer weiß, vielleicht kann ichs ja gebrauchen!
Und siehe da, etwas hab ich schon mal daraus gemacht: mehrere Topflappen. Sie sind nach der ersten Wäsche schön weich und isolieren gut.

Und nun gibt es ein neues Projekt: Gästepantoffeln! So sehen meine bisherigen Hausschuhe für Gäste aus, weder schön, noch bequem, na ja ...
Da der erste nun ein Loch hat, hab ich ihn in seine Einzelteile zerlegt, so hab ich nun ein brauchbares Muster.
Aus diesen Stoffmustern will ich jetzt mal probieren, ein erstes Paar zu nähen. Ich hoffe, meine Nähmaschine macht das mit!


Dienstag, 7. Februar 2017

Alte und neue Webprojekte

Endlich hab ich mich wieder an den Webstuhl gesetzt und den ersten Schal fertig und den zweiten begonnen:


Außerdem hab ich eine neue Kette geschärt.
Als meine zweieinhalbjährige Tochter zu mir in die Webkammer kam und die Fäden sah, die vom Spulengestell zum Schärbaum laufen, rief sie entzückt: eine Seilbahn!
Und als sie dann sah, wie sich der Schärbaum dreht: ein Karusell! Und flugs hatte ich beim Zetteln eine Mitfahrerin!


Die Kette ist aus Teppichkettgarn in Polypropylen. Ich möchte daraus vier Sichtschutzelemente für den Garten weben. Wir haben eine Stelle im Garten, die von der Straße und vom Parkplatz einsehbar ist, wo ich aber nichts setzen kann, weil dort eine Einfahrt ist, die wir ab und zu benötigen. Erst dachte ich an Pflanzkübel mit Räder, dann kam mir die Idee von kleinen mobilen Sichtschutzwänden, natürlich handgewebt!

Ursprünglich wollte ich die Teile aus Jute weben, doch ein Test hielt mich davon ab: Diese Schnüre hängen seit ca. 4 Monaten im Birnbaum, die ursprünglichen Farben kann man nur mehr erahnen.


Deswegen hab ich mich für Polypropylen in der Kette und für eine weitere Kunstfaser im Schuss entschieden. Ich weiß nicht genau, was das ist, hab ich mir auf dem Flohmarkt als "Wolle" andrehen lassen, ist laut Brennprobe eindeutig etwas Chemisches! (Es glänzt in Wirklichkeit nicht so stark wie auf dem Foto unten.) Ich hoffe die beiden Fasern sind wetterfest, so dass mir der Sichtschutz viele Jahre erhalten bleibt. Aber erstmal hoffe ich, bald mal Zeit und Hilfe fürs Bäumen und den Einzug zu finden!

Montag, 30. Januar 2017

Recycling-Patchwork

Eins vorweg: ich mag eigentlich kein Patchwork, oder genauer, ich mag nicht, was man heute unter Patchwork versteht. Ich finde es irgendwie eigenartig und sehr unlogisch, nagelneue Stoffe in zum Teil sehr sehr kleine Teile zu zerschneiden, um sie danach in mühevoller Arbeit wieder zusammenzunähen! Gut, manchmal sind die Ergebnisse faszinierend, trotzdem, ich mag es nicht. (Liebe Patchworkerinnen, verzeiht!)

Das ursprüngliche Patchwork (= Flickenwerk) hingegen, bei dem - meistens aus Not oder Sparsamkeit - aus Stoffresten und gebrauchten Textilien neue Decken oder auch Kleidung genäht wird, mag ich sehr.
So hab auch ich mittlerweile drei Patchworkdecken genäht. Meine Devise war: die einzelnen Stoffteile so groß wie möglich lassen, um möglichst wenig nähen zu müssen! Hier die Ergebnisse:

Die erste Decke ist aus drei alten Cordhosen und zwei Cordröcken und ist 160 x 160 cm groß. Sie eignet sich wunderbar als Krabbeldecke und als Picknickdecke im eigenen Garten, zum Mitnehmen ist sie zu schwer.



Die Idee für die zweite Decke stammt aus dem Buch "Es war einmal ein Hosenbein". Meine Decke waren einmal ein großes Leintuch (Bettlaken) und acht ausgediente Herrenhemden! (Aus den übriggebliebenen Ärmeln nähte ich später diese Höschen.) Die Decke ist 180 x 200 cm groß und recht kuschelig, also auch geeignet für die Couch!



Die dritte Decke waren einmal sechs Jeanshosen. Ursprünglich wollte ich daraus Teppiche weben, aber der Bedarf nach Flickenteppichen war gesättigt ... Die Decke ist 150 x 170 cm groß, die Rückseite besteht aus alten Musterstoffen eines Möbelhauses. Diese Decke ist sehr strapazierfähig, deswegen kommt sie diesen Sommer auch in den Garten.