Samstag, 11. November 2017

Ich geh mit meiner Laterne ...

 



Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne,
hier unten leuchten wir.
Ich trag mein Lich, 
ich fürcht mich nicht! 
Rabimmel, rabammel, rabum!







Unser erstes gemeinsames Bastelprojekt: die Laterne für das Martinsfest.
Ich hab mich an meine Kindergartenzeit zurückerinnert und an meine Laterne gedacht: wir haben sie mit bunten Herbstblättern gemacht, und irgendwas war mit einer Käseschachtel ...
Ich hab dann doch noch ein bischen gegoogelt und bald gings ans Basteln.

Meine Kleine bemalte die Käseschachtel, ihr Erstlingswerk mit Pinsel!

Die bunten Blätter von unserem Birnbaum hat unsere Kleine auf transparente Klebefolie gelegt. Hier sieht man die Rückseite.
Darauf kam dann noch gelbes Transparentpapier.
Alles zusammenkleben, eine stabile Halterung aus Draht biegen, einen passenden Stecken suchen und der Kerze einen sicheren Stand geben - das waren die Aufgaben meines lieben Do-it-yourself-man!































Und noch was zum Schluss:
Wir verwenden eine echte Kerze, eine weiße Grabkerze mit Plastikhülle. Da sind wir heute wohl die große Ausnahme! Aber ich bin überzeugt, ein Kind mit 3 Jahren kann mit einer "echten" Laterne umgehen, vorausgesetzt, es ist nicht das erste Mal, dass es eine brennende Kerze sieht!! Und natürlich braucht es einen Erwachsenen, der mit Aufmerksamkeit, Ruhe und Geduld beim Kind ist (und nicht am Smartphone).
Manchmal hört man Leute sagen, die Kinder seien heute viel schlauer als früher. Aber warum dürfen Kinder dann heute oft weniger als früher?
Ihr merkt schon, ich bin etwas aufgebracht.
Aber: Ich freu mich sehr auf heute Abend!





















Donnerstag, 9. November 2017

Ich bin am Schaffen* ...

... und hoffe auf ein paar verregnete Tage! Denn da ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ich Zeit finde, an meinen aktuellen Projekten weiterzuarbeiten.

Ich nähe Hosen für meine Kleine:














Ich färbe immer noch! Die letzte Färbung ist mit Rinden vom Walnussbaum, dann ist für heuer aber wirklich Schluss!

Und zu guter Letzt: ich habe eine Kette aufgezogen - endlich - und möchte Küchenhandtücher weben.











Aber als erstes muss die Laterne für "Martini" (so heißt das Fest des Hl. Martin bei uns) fertig gestellt werden ...












Ach ja, im Garten gäbs auch noch Arbeit: Gemüsegarten abräumen, Blumenzwiebel stecken, Laub rechnen ... Tja, der Garten ... muss warten!

*ich bin am schaffen: man merkt, ich hab in Stuttgart studiert!! Schaffen bedeutet dort arbeiten! Wer mag, kann es aber auch so verstehen: ich bin am ERschaffen von Kunstwerken!! 😀

Mittwoch, 1. November 2017

Grau, grau, grau sind alle meine Tücher ...

Wie letzte Woche angekündigt, die Ergebnisse der Färbungen vom Färbekurs in der Text.il.fabric auf Seide.

Ich habe Tücher und Schals aus dünner Pongéseide gefärbt. Zum Färben eignen sie sich wunderbar und ich trag sie auch sehr gerne - aber: es ist echt schwierig, schöne Fotos davon zu machen! Jeder Hintergrund scheint durch die Tücher durch, man sieht jedes kleine Fältchen, jedes kleinste Lüftchen verweht die Tücher, fotografiert man in der Sonne, blendet der Seidenglanz und man sieht die Farbe nicht mehr, fotografiert man im Schatten, wirken sie wie fade Baumwolle ...
Aber egal, schließlich sind die Tücher wichtiger als die Fotos, und ich versichere euch, sie sind sehr schön! 😄


Sehr glücklich bin ich mit dem Tuch, das ich mit Henna gefärbt habe:



















Zwei Schals habe ich mit Eichengalläpfeln + Eisenwasser gefärbt:


Kleine Tüchlein hab ich gefärbt mit: links Schwarztee, rechts Kaffee + Eisenwasser.


Auch im Cochenilletopf landeten zwei kleine Tücher:


Da ich dachte, graue und braune Seidentücher seien langweilig, habe ich auch einige Schals mit Shibori gefärbt. Shibori ist eine japanische Textiltechnik, bei der Stoffe kunstvoll gefaltet und abgebunden werden.

Mein erstes Shibori vor dem Färben ...














... und das Ergebnis, gefärbt mit Eichengallapfel + Eisenwasser:






Für eine weitere Färbung habe ich kleine Knöpfe in ein Seidentuch eingebunden.




 



Das Ergebnis mit Gallapfel + Weinsteinsäure + Eisenwasser:


Und noch ein drittes Shibori: ein akkurat gefaltetes Seidentuch mit Baumwollfaden umschnürt, gefärbt mit Ackerschachtelhalm:


Ich hab es nicht gebügelt, mir gefällt der Kreppeffekt sehr gut!























Bin sehr glücklich mit den Tüchern - um den Hals gewickelt sieht man die Knitterfalten nicht! 😊

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Grau und braun sind alle meine Wollen ...


Beim Abspeichern der Fotos von der Kirschholzfärbung hab ich bemerkt, dass ich noch einige Fotos von gefärbten Wollen habe, die ich noch nicht gezeigt habe, und dass ich hier noch gar nicht von meinem letzten Färbekurs berichtet habe. Das möchte ich nun endlich nachholen, auch wenn der Kurs schon länger her ist.

Am Pfingstwochenende war ich wieder zum Färben in Cornelias text.il.fabric. Nach dem Färbekurs vor Ostern, an dem wir gelb färbten, widmeten wir uns diesesmal grau und braun, nicht gerade die "schönsten" Farben, aber es war sehr spannend.

Hier das Ergebnis von vier Färbetagen:


Man sieht schon, wir sind manchmal etwas vom Thema abgekommen! Färben ist immer experimentieren, man kann nie ganz sicher sagen, welche Farbe herauskommt.

Als erstes widmeten wir uns wieder der Walnuss. Im letzten Kurs versuchten wir, mit den Blättern gelb zu färben, erhielten aber Bronze bis Braun. Dieses Mal wollten wir mit den noch grünen Nüssen braun färben, kamen aber erstmal nur zu gelb. Erst nach einer Woche im kalten Farbbad färbte sich die Wolle braun.

Ein zweites Farbbad mit frischen Walnüssen hatten wir in einem alten Aluminiumtopf angesetzt, dort färbte sich - oh Wunder - die Wolle grün! Auf dem "Gruppenfoto" oben ist sie links unten gut zu erkennen. Leider färbte sich die Wolle nach einigen Tagen an der Luft wieder zu Dunkelbraun:


Des weiteren färbten wir mit getrockneten Nüssen:
1 Stunde erhitzt auf 40 Grad:











1 Stunde gekocht, der rechte Strang ist mit Eisenwasser weiterbehandelt:












Und noch ein letzter Zug, wieder 1 Stunde gekocht:













Zwei Züge mit Kaffee, der jeweils rechte Strang ist mit Eisenwasser entwickelt. Der Kaffeesatz stammte aus dem benachbarten Gasthaus und die Wollen sind die zusammengeknüpften Kettreste der Babydecke. Eine Färbung mit 0 Kosten!







Zwei Züge mit Schwarztee, der jeweils rechte Strang ist mit Eisenwasser entwickelt.
Auch diese Färbung war eine Resteverwertung: den Schwarztee hat mein lieber Arbeiter im Laufe des letzten Winters getrunken ...








Schöne Ergebnisse erzielten wie auch mit Henna.
Die Wolle für den ersten Zug (links) war ungebeizt.
Die Farbe geht Richtung Rosenholz, leider kann man das auf dem Foto nicht gut erkennen. Großer Nachteil an der Färbung mit Henna: das Pulver lässt sich kaum aus der Wolle waschen, auch nach x Spülgängen rieselt es noch aus der Wolle.




Zwei Färbungen mit Ackerschachtelhalm und Eisen.
Laut Büchern sollte man mit Schachtelhalm die schönsten Grautöne erzielen. Wir erhielten grün!









 
Schließlich erhielten wir mit Eichengalläpfeln das erwünschte Grau!
Wir probierten zwei verschiedene Färbungen, bei der zweiten kam zusätzlich zum Gallapfelpulver noch Weinsteinrahm, das sollte dem Grau einen Violettstich verleihen.
Nach einer Stunde färben sah Wolle und Seide erstmal so aus:





Erst nachdem wir Eisenwasser in die Flotte gegeben hatten und die Wolle ein zweites Mal färbten, bekamen wir Grau!
Allerdings hatte die Zugabe von Weinsteinrahm keine Veränderung gebracht.

Gallapfel und Eisen, rechts die Färbung mit Weinsteinrahm als Zusatz, jeweils 2 Züge:





Einen letzten Versuch machten wir noch mit Cochenille. Wir hielten uns an ein Rezept von Dorothea Fischer (Naturfarben auf Wolle und Seide), das Violett ergeben sollte. Aber da Cornelia es schon früher mal probiert und schöne Grautöne erhalten hatte, dachten wir, es passe zu unserem Kursthema, aber ... drei wunderschöne Violettnuancen!





Wie man sieht, ist es gar nicht so einfach, schöne satte Braun- und Grautöne zu färben!!

Außer vielen Wollsträngen habe ich auch wieder einige Seidentücher gefärbt, die Ergebnisse zeig ich euch das nächste Mal! Bis bald!

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Färben mit Kirschholz

Im März haben wir diesen Sauerkirschbaum gefällt. An jeder kleinsten Schnittstelle färbte sich das Holz sofort in einem wunderbaren Rotton, so fasste ich den Entschluss, ein Färbeexperiment mit dem Holz zu wagen.           










Ich füllte einige Rindenstücke in einen großen Kübel, füllte ihn mit Wasser auf, verschloss ihn, stellte ihn in die Garage und ... vergaß ihn erst mal, dann gab es immer Wichtigeres zu tun und dann, vor einigen Wochen war es endlich so weit!
Ich holte den Eimer und grauste mich erstmal: Schimmel! 
Aber darunter: ein wunderbarer Orangeton, das musste ich probieren, zumal ich noch gebeizte Wolle und Seide hatte! Also hab ich meinen niegelnagelneuen Weckkessel geholt und die Rinden ausgekocht. Dann kam eine Enttäuschung: das Gelborange hatte sich in Braun verwandelt.





Die Wolle im Topf sah dann wieder recht vielversprechend aus.













... ich hab immer eine kleine fleißige Gehilfin ...















Und das sind unsere Ergebnisse:






Außerdem experimentiere ich immer noch mit grünen Nüssen ... darüber bald mehr!


Und zum Schluss noch:
DANKE für die schönen Kommentare zum letzten Gartenpost!