Beim Abspeichern der Fotos von der Kirschholzfärbung hab ich bemerkt, dass ich noch einige Fotos von gefärbten Wollen habe, die ich noch nicht gezeigt habe, und dass ich hier noch gar nicht von meinem letzten Färbekurs berichtet habe. Das möchte ich nun endlich nachholen, auch wenn der Kurs schon länger her ist.
Am Pfingstwochenende war ich wieder zum Färben in Cornelias text.il.fabric. Nach dem Färbekurs vor Ostern, an dem wir gelb färbten, widmeten wir uns diesesmal grau und braun, nicht gerade die "schönsten" Farben, aber es war sehr spannend.
Hier das Ergebnis von vier Färbetagen:
Man sieht schon, wir sind manchmal etwas vom Thema abgekommen! Färben ist immer experimentieren, man kann nie ganz sicher sagen, welche Farbe herauskommt.
Als erstes widmeten wir uns wieder der Walnuss. Im letzten Kurs versuchten wir, mit den Blättern gelb zu färben, erhielten aber Bronze bis Braun. Dieses Mal wollten wir mit den noch grünen Nüssen braun färben, kamen aber erstmal nur zu gelb. Erst nach einer Woche im kalten Farbbad färbte sich die Wolle braun.
Ein zweites Farbbad mit frischen Walnüssen hatten wir in einem alten Aluminiumtopf angesetzt, dort färbte sich - oh Wunder - die Wolle grün! Auf dem "Gruppenfoto" oben ist sie links unten gut zu erkennen. Leider färbte sich die Wolle nach einigen Tagen an der Luft wieder zu Dunkelbraun:
Des weiteren färbten wir mit getrockneten Nüssen:
1 Stunde erhitzt auf 40 Grad:
1 Stunde gekocht, der rechte Strang ist mit Eisenwasser weiterbehandelt:
Und noch ein letzter Zug, wieder 1 Stunde gekocht:
Zwei Züge mit Schwarztee, der jeweils rechte Strang ist mit Eisenwasser entwickelt.
Auch diese Färbung war eine Resteverwertung: den Schwarztee hat mein lieber Arbeiter im Laufe des letzten Winters getrunken ...
Schöne Ergebnisse erzielten wie auch mit Henna.
Die Wolle für den ersten Zug (links) war ungebeizt.
Die Farbe geht Richtung Rosenholz, leider kann man das auf dem Foto nicht gut erkennen. Großer Nachteil an der Färbung mit Henna: das Pulver lässt sich kaum aus der Wolle waschen, auch nach x Spülgängen rieselt es noch aus der Wolle.
Zwei Färbungen mit Ackerschachtelhalm und Eisen.
Laut Büchern sollte man mit Schachtelhalm die schönsten Grautöne erzielen. Wir erhielten grün!
Schließlich erhielten wir mit Eichengalläpfeln das erwünschte Grau!
Wir probierten zwei verschiedene Färbungen, bei der zweiten kam zusätzlich zum Gallapfelpulver noch Weinsteinrahm, das sollte dem Grau einen Violettstich verleihen.
Nach einer Stunde färben sah Wolle und Seide erstmal so aus:
Erst nachdem wir Eisenwasser in die Flotte gegeben hatten und die Wolle ein zweites Mal färbten, bekamen wir Grau!
Allerdings hatte die Zugabe von Weinsteinrahm keine Veränderung gebracht.
Gallapfel und Eisen, rechts die Färbung mit Weinsteinrahm als Zusatz, jeweils 2 Züge:
Wie man sieht, ist es gar nicht so einfach, schöne satte Braun- und Grautöne zu färben!!
Außer vielen Wollsträngen habe ich auch wieder einige Seidentücher gefärbt, die Ergebnisse zeig ich euch das nächste Mal! Bis bald!